Metamorphosen
Dienstag, 8. Dezember 2009
Wie gut,
Am 08. Dezember 2009 im Topic 'unbelehrbar'
dass es das hier noch gibt - für Zeiten wie diese.
Was mache ich nur? Frage ich mich - frage ich mich SCHON wieder. Warum komme ich nicht raus aus dieser Dynamik, warum komme ich nicht los von ihm? 6 Jahre - verdammt nochmal SECHS Jahre. Wie lange noch?

So lange Pausen, so lange Phasen, in denen ich mir sicher bin, das alles überwunden, hinter mir gelassen zu haben und dann lasse ich es doch wieder zu, dass er mich berührt, dass er mir unter die Haut geht, lasse es zu, dass wir uns sehen, wir uns spüren, nur um mich wieder an diesem Punkt zu finden.

"Ich hoffe, du bist nicht zu böse", schreibt er. "Ich hoffe, das hat es echt für dich gebracht, mich wieder einmal einen ganzen freien Tag mit Warten verbringen zu lassen. Es war nämlich der letzte." antworte ich.
Wieder ein Tag. Der wievielte? Ich habe sie nicht gezählt. Ich kann mich noch gut erinnern an die Weihnachten, an denen ich umsonst früher meine Familie verlassen habe, an abgebrochene Kurzurlaube, an abgesagte Einladungen, ...

Und ich bin böse auf ihn, böse auf ihn, dass er mich dazu bringt, böse auf ihn zu sein, ein Zustand, in dem ich es mir so übel nehme, ihn zu zu begehren, mich so nach ihm zu sehnen, ihn so zu vermissen, dass er mich in einen Zustand versetzt, in dem ich mich dafür verachte, so für ihn zu fühlen, in dem Kopf und Herz und Verstand einander nur noch in den Haaren liegen.

Ich hasse ihn dafür, dass er mich in eine Situation bringt, in der mein Selbstwertgefühl mich zwingt zu sagen: "Nie wieder, das war das letzte Mal", weil ich weiß, dass ich mich dafür hasse, verstoße ich einmal mehr dagegen und endet es einmal mehr ...

hier.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 
Samstag, 10. Januar 2009
Zwischen-Zeit
Am 10. Januar 2009 im Topic 'sackgasse'
Er sucht mich, dort drüben, in meinem anderen Blog, in meinem "daheim". Er sucht mich, Nacht für Nacht, oft mehrmals täglich. Ich denke, er schläft schlecht. Er hat immer gut geschlafen bei mir. Es liege wohl an der Wohnung, meinte er. Womit er vielleicht recht hatte, aber vielleicht auch nicht.

Er sucht mich wieder, seitdem er mir geschrieben hat, er wolle unter meine Decke an "Tagen wie diesen". Ich hatte so viele "Tage wie diese" in der Zeit vor der Zeit, in der Zeit als das noch möglich gewesen wäre - für mich.
Ich könnte 1001 Geschichte erzählen über diese Zeit und vielleicht waren es auch 1001 Nächte, die ich noch an uns glaubte, die ich hoffte, auch wenn ich mich dabei selbst betrog, auch wenn ich ihm Feigenblätter reichte, eines nach dem anderen, um mich am Hoffen zu halten.

Und ich sehne mich sosehr nach der Zeit vor der Zeit. Der Zeit als es noch möglich gewesen wäre, mich ihm zu zeigen, ihm zu vertrauen. Die Zeit, bevor die Lüge nicht mehr zu tarnen war, bevor sie Fleisch wurde, das bei ihm wohnt und ihm einen Sohn geschenkt hat.

Für ihn war ich wohl die Zeit zwischen den Zeiten - im Übergang der Zeiten, Zeit, die er brauchte, um sich dazu zu entscheiden eine Familie gegen eine andere zu tauschen, eine Zwischenstation irgendwo am Weg.

Für mich war er das Ziel. Der, bei dem ich mich so angekommen fühlte wie nie zuvor.
Damals, in der Zeit vor der Zeit.

Und es zerreißt mir das Herz, dass der Weg zurück so endgültig verschlossen ist. Und dass er mich sucht, dass er mich immer noch sucht, dieser Fremde vor meinem Fenster, dessen Geruch ich immer noch atme in manchen Nächten, dessen Haut, dessen Berührung ich immer noch spüre.

Er klopft nun nicht mehr an, er steht da und schaut, sieht mir zu, wie einem seltsamen Tier und manchmal sehe ich durch seine Augen und bin mir fremd, wie er mir fremd geworden ist. Sehe auf mich herab mit einer Mischung aus Neugierde und Verachtung, auf dieses Tier, das seinen Stolz gelassen hat am Ende der Zeit vor der Zeit und alles vergab für beiläufige Beachtung.

Permalink (1 Kommentar)   Kommentieren

 
Mittwoch, 16. Juli 2008
Mail an ihn
Am 16. Juli 2008 im Topic 'unbelehrbar'
(Untertitel: Befreiungsversuch der xxx.)

An sich hasse ich Schmerz, ich kann es nicht ausstehen, wenn mir jemand weh tut. Was mich so überwältigt ist allein die Diskrepanz zwischen den Empfindungen. Der Schmerz macht den Körper so unglaublich empfänglicher für jede andere Berührung, er durchbricht eine Barriere. Alles andere geht durch ihn so viel weiter unter die Haut, macht jede andere Berührung noch viel beglückender als sie es für sich genommen ist.
Diese Mischung aus Schmerz und Zärtlichkeit löscht für eine Weile alles aus, das ablenkt vom reinen Empfinden, von uneingeschränktem sexuellen Begehren.

Der Schmerz ist eine unmittelbare Form des Eindringen des Anderen in den eigenen Körper und dazu ganz "ja" sagen zu können, macht ihn auf seltsame Weise schön, vor allem, weil er ja wieder aufgefangen wird in ganz anderen Empfindungen. Da wird ein Orgasmus zu einem ekstatischen Erlebnis. Wenn er verklungen ist, bist du so nackt und schutzlos, als wärst du gerade neu geboren. Und die Sehnsucht nach dem Aufgefangen- und Gehaltenwerden, bestimmt alles.
Deshalb lässt mich auch die Erinnerung an die Zeiten nicht mehr los, als du das noch wolltest - danach mit mir Liebe machen. Dein Körper auf mir, deine Haut spüren, deine Berührungen und deinen Schwanz in mir. Diese Minuten, in denen ein "du" zur ganzen Welt wird, zu einer perfekten Welt, in der du dich verlierst und wieder findest.
Dieses absolut beglückende Wissen: "Ich brauch das so!" und deine Antwort: "Ich doch auch Baby, ich brauch das genau so wie du." Das war so ein ganz kleines Stück vom Paradies.

Ohne dieses "Aufgefangen werden" bleibt eine Leere zurück, die sich nicht gut anfühlt und die Striemen verhindern sogar (was vermutlich ohnehin mehr gut als schlecht ist), sich so schnell wie möglich einen anderen Körper ins Bett zu holen. Sie funktioniert, wie die Erfahrung zeigt, ohnehin nicht, diese Art der "Aufgabentrennung".

Deshalb denke ich, wir sollten das mit dem Sex lassen.

Permalink (2 Kommentare)   Kommentieren

 
... ältere Einträge